Ruanda

Ruanda

Noch brennen die Wunden, die der Völkermord an den Tutsi vor nunmehr 25 Jahren in die Seelen einer ganzen Nation geschlagen hat. Allerdings eine, die sich jetzt wieder auf die nächste Generation zu übertragen droht.

Früher war die Erziehung in der ruandischen Tradition ein entscheidender sozialer Wert: Erziehung war nicht nur eine Sache der Eltern, die gesamte Gemeinde fühlte sich mitverantwortlich. Jeder Erwachsene sollte sich um jedes Kind der Gemeinde wie um sein eigenes kümmern. Durch die Völkermord-Tragödie wurde das gesamte soziale Gefüge zerrissen. Insbesondere Kinder und Jugendliche befanden sich plötzlich in der Situation, dass diejenigen, die ihnen hätten Vorbild sein und vor Gewalt hätten schützen sollen, diese Gewalt gefördert und auf grausamste Art selbst verübt haben.

Diese Kinder und Jugendlichen sind heute oft selbst Eltern, die keinen Zugang zu den eigenen Kindern finden können und ganz allein auf sich gestellt sind, ohne dass andere Erwachsene sie begleiten oder ihnen helfen, Verantwortung zu übernehmen.

Ausgehend von Uganda war unser Projektpartner AVSI unter den ersten NGOs, die 1994 nach Ruanda gegangen sind, um dort nach dem Völkermord Nothilfe zu leisten. Seitdem verfolgt AVSI einen multisektoralen Ansatz für die Gemeindeentwicklung, der die lokale Führung stärkt, die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden, Schulen und Gesundheitszentren fördert und auf traditionelle ruandische Werte und Strukturen zum Schutz von Kindern und Frauen zurückgreift.

Verwirklichung findet diese Vision in dem Modell PACOME, das die Kooperation zwischen Eltern/Familie (PArents), Gemeinde (COMmunauté) und Schule (École) fördert.

 

 

 

Umgesetzt wird das Modell in den UR-I-NZIR-A-Zentren

(aus dem Ruandischen URunana rw' Imirjango mu NZIRa y'Amaijambere -

Familie und Gemeinde gemeinsam für die Entwicklung).

 

 

 

 

Während unserer Projektreise in Februar 2020 konnten wir einige von diesen Zentren und ihre Einrichtungen besuchen:

 

 

In den UR-I-NZIR-A-Zentren werden lokale Ressourcen aus dem Gesundheitssektor (mobilen Kliniken und Gesundheitszentren), dem sozialen Sektor (Schulen und Kitas) und dem öffentlichen Sektor (lokale Behörden) zu einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt, die für das gesamte Dorf, einschließlich der am stärksten marginalisierten Menschen, zugänglich ist und die Resilienz der Begünstigten stärkt.

 

 

 

...und aufgenommen wird  man immer festlich!

 

 

Hier einige Beispiele von den Initiativen, die in den UR-I-NZIR-A-Zentren angeboten werden:

 

 

Elterninitiativen für die frühkindlichen Erziehung

Gesundheitszentren und Impf-Stationen

Bibliotheken und Lernförderung für Schüler

Women Empowerment durch Bildung

Berufsausbildung für Mütter im Teenageralter