Libanon Projekte

Libanon: Heimatland für Heimatlose

Mit seinen 6,3 Mio. Einwohnern und mehr als 1,5 Mio. Flüchtlingen aus Syrien, Irak und Israel ist der Libanon ein Heimatland für viele Heimatlose geworden. Kaum ein Land der Welt hat im Vergleich zur Gesamtbevölkerung so vielen Flüchtlinge dauerhaft Schutz und Hilfe gewährt.

Seit Oktober 2019 ist der Libanon in einer schweren Krise, die eine beispiellose wirtschaftlichen Rezession nach sich gezogen hat. Die konkreten Auswirkungen sind eine galoppierende Inflation und eine beispiellose Verarmung weiter Bevölkerungsschichten. Schon seit Mai 2020, so wird geschätzt, lebt mindestens die Hälfte (!) der Bevölkerung des Landes unterhalb der Armutsgrenze.

Zu alldem kamen noch die Corona-Krise und dann die furchtbare Explosion in Beirut, die tausende von Häusern komplett vernichtet hat, bei weiteren tausenden Türen, Fenster und Inventar zerstört und sehr oft bei Menschen, die es sich nicht leisten können, eine Instandsetzung zu bezahlen. (Unsere Hilfe für Bedürftige nach der Explosion in Beirut: #Lovebeirut)


Humanitäre Hilfe

Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise versuchen wir, vor Ort durch ein Netzwerk von Freunden bedürftigen Familien Lebensmittel, Hygienepakete und sonstiges Lebensnotwendiges zukommen zu lassen.

Die Krise findet ihren Widerhall vor allem im Lebensmittelhandel, wo die Preise für einfache Waren wie Bohnen oder Sonnenblumenöl von Woche zu Woche dramatisch steigen. Fleisch ist auf dem Tisch von vielen Familien zu einem Luxusgut geworden. Vor allem der Mittelstand wurde von der Krise schwer getroffen, viele haben ihre Arbeit verloren, viele junge Erwachsene haben mittlerweile das Land verlassen.  Strom ist begrenzt, in den großen Städten ist er nur zwei bis drei Stunden am Tag verfügbar. In den Dörfern ist die Lage noch schwieriger geworden. Jedes Mal, wenn wir Quittungen von Einkäufen bekommen, stellen wir fest, dass die gekaufte Ware nur den notwendigsten Bedarf abdeckt: Windeln für Alt und Jung, Mehl, Öl, Bohnen. Die Preisen steigen rasant und die Einkaufslisten werden kürzer, bei gleichbleibenden Kosten.

Wie es oft in der Not zu sehen ist, stoßen wir auf große Glaubenszeugnisse (siehe hier), was uns bestärkt und motiviert, neue Fördermittel zu finden.

Entwicklungshilfe

Die Interventionen konzentrieren sich vor allem im Gebiet von Marjayoun, eine Ebene im Süden des Landes an der Grenze zu Israel und Syrien. Hier haben in den letzten Jahren abertausende Flüchtlinge Zuflucht gefunden und finden sie immer noch!

Die meisten der Flüchtlinge leben in sogenannten ITS (Informal Tent Settlements). Viele der Kinder, die in diesen Lagern geboren werden sind nicht registriert und damit staatenlos. Die Lage in diesen Lagern, die teilweise so groß sind wie mittlere Städte ist dramatisch – es herrscht oft ein großer Mangel am Notwendigsten und die Selbstverwaltung funktioniert oft mehr schlecht als recht. Support International e.V. engagiert sich über unsere Partnerorganisation AVSI seit 2013 für diese Flüchtlinge, um nachhaltige Lösungen zu realisieren.

konkret in den folgende Projekten:

Cash for Work 2021: Neues Land für eine neue Zukunft
Aufbau eines großen Begegnungszentrums:  Fada2i 
Unterstützung eines Zentrum für Taubstumme Kinder und Jugendliche: IRAP

Projektverantwortung

Erica Berni: erica.berni@supportinternational.de

Amedeo Mini: amedeo.mini@supportinternational.de