Care GATSIBO

CARE im Distrikt GATSIBO

Was ist CARE?

CARE steht für “Comprehensive solutions for increased Access to mental health care Rooted in communities and Enhancing public services” – ein langer Name für ein großes und wichtiges Projekt

Mit CARE wollen wir die medizinische und psychologische Versorgung von ca. 3500 Menschen mit MNS-Störungen (Mental Neurological and Substance abuse)  in Gatsibo deutlich verbessern. Gatsibo ist einem Landkreis oder Distrikt der Ostprovinz Ruandas mit ca. 70.000 Einwohnern.  Für diese Menschen und ihre Familien soll einerseits der Zugang zur medizinischen und psychologische Versorgung deutlich vereinfacht werden, gleichzeitig aber soll auch die Einstellung der lokalen Bevölkerung zu MNS-Störungen behutsam korrigiert werden, indem Stigmatisierung und Diskriminierung dieser Störung abgebaut werden und als dritter Baustein des Projektes soll das Armutsniveau der von MNS-Störungen betroffenen Menschen und Familien gezielt verringert werden.

Die ersten 6 Monate CARE

Schulung der Helfer klinische Anbindung des Projektes:

Das Projekt CARE beruht im Kern auf einem weltweit von der WHO ausgearbeiteten Verfahren zur Identifizierung, Behandlung und Begleitung von Personen mit sogenannten MNS-disorders (Mental Neurological and Substance abuse) - das sind etwas vereinfacht gesagt Depressionen, Angststörungen, Sucherkrankungen und Traumata. Dieses Verfahren ist niedergelegt in Schulungs- und Trainingsunterlagen. Diese wurden in einem ersten sehr wichtigen Schritt an die konkreten Gegebenheiten der Provinz Gatsibo im Norden Ruandas angepasst. Auf Basis dieser Unterlagen wurden geschult:

- 10 Supervisoren, die selbst später als Trainer, Betreuer und Berater agieren werden.

-  22 Mitarbeiter der lokalen Gesundheitszentren

- 650 Sozialarbeiter, die in verschiedenen anderen sozialen Aufgaben in den Gemeinden des Bezirkes aktiv sind.

 

Die Mitarbeiter der Gesundheitszentren werden auch nach Abschluss des Projektes, in den Gesundheitszentren bleiben und den Menschen zur Verfügung stehen und somit für eine nachhaltige Präsenz dieser Expertise sorgen. Die 650 Sozialarbeiter sollen das Projekt innerhalb der nächsten 2 Jahre in die Breite tragen, da man möglichste alle Personen mit NMS-Störungen in der Provinz erfassen, will  (geschätzte 3500 Personen).  Eine erfolgreiche Bekämpfung dieser Erkrankungen hilft vielen Einzelpersonen sorgt aber auch auf gesellschaftlicher Ebene für eine soziale und wirtschaftliche Entlastung, da die meisten der Erkrankten in absoluter Armut leben.

Die Gesundheitsbehörden waren so begeistert von diesem Programm, dass sie unsere Freunde von AVSI gebeten haben in Kooperation mit dem RBC (Rwanda Biomedical Center) gleich weiter 44 Supervisoren auszubilden, um die Einführung auch in andere Provinzen des Landes schnell zu ermöglichen. Es wurden also gleich 54 Supervisoren ausgebildet: ein unerwarteter erster großer Erfolg des Projektes!  Um der Menge an Auszubildenden und den Corona Beschränkungen Rechnung zu tragen, wurde die Ausbildung wurde mit moderner Technik (Interactive Voice Recording - IVR) durchgeführt und konnte im Juni weitgehend abgeschlossen werden.

In enger Kooperation mit dem "Hôpital Neuropsychiatrique Caraes Ndera", der einzigen Neuropsychatrischen Klinik in Ruanda,  wurde ein Standard -Verfahren erarbeitet zur klinischen und verwaltungstechnischen Begleitung der Supervisoren und Trainer. So ist, wenn das Programm in die Breite geht, eine klinische Anbindung und Überwachung aller Aktivitäten gesichert. Diese Ausarbeitung hat Corona-bedingt etwas länger als geplant gedauert.

Erste Menschen, denen geholfen wird:

Ganz langsam (auch bedingt durch die Pandemie) haben die ausgebildeten Sozialarbeiter und Mitarbeiter in der Gesundheitszentren begonnen, die ersten Betroffenen zu identifizieren. Damit beginnt das eigentliche Herzstück des Projekts Früchte zu tragen. Vielen Menschen, denen es bisher sehr schlecht geht, wird somit in den nächsten Monaten sehr geholfen werden.
Wie schon erwähnt sind viele Menschen mit MNS-Störungen in einen sozialen Notstand abgerutscht, da sie aufgrund der MNS-Störung oft an einem normalen Arbeits- und Gesellschafts-Leben nicht teilnehmen können. Nun wird mit Hilfe der WHO-Methodik der Schritt zu einer einfachen medizinischen Untersuchung gemacht, um diese mögliche Krankheit als Ursache der Not zu verifizieren und dann auch zu behandeln.
So hoffen wir bald über die nächsten Schritte berichten zu können, vor allem aber über viele, sehr viele Menschen, deren Leben durch dieses Projekt wieder lebenswerter, heller wird und die ein bisschen befreit wurden von den Schatten, die die MNS-Erkrankung auf ihr Leben und das ihrer Familien legt.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

 

Wir freuen uns sehr das die Else Kröner-Fresenius-Stiftung die gesamte Förderung dieses so wichtigen Projektes übernommen hat und eigens auf der eigenen Webseite dargestellt hat. Ganz herzlichen Dank dafür!

 

Projektverantwortung

Dr. Stephan Scholz:  stephan.scholz@supportinternational.de