In Syrien geht die Tragödie weiter

Syrien im Januar 2021 Ein Volk das weiterhin furchtbar leidet!

 

Support International unterstützt schon seit vielen Jahren über die Organisation ATS (Assoziazone Terra Sancta) die Franziskaner in Syrien: Konkret sind dies Pater Hanna in Yacoubieh nahe der Stadt Idlib im Norden des Landes, Pater Ibrahim in Aleppo und das Franziskanerkloster Bab Touma in der Hauptstadt Damaskus. Aufgrund der nach wie vor katastrophalen humanitären Lage in vielen Teilen Syriens sind diese Hilfen meist Nothilfen, die versuchen die größte existentielle Not der zu weiten Teilen vollständig verarmten Bevölkerung zu lindern. Sie erfolgt in verschiedenen Notfallzentren rund um die dort ansässigen Franziskanerklöster. Hier einige sehr kurze Berichte aus der Region um Idlib, Aleppo und Damaskus, die uns vor Kurzem erreicht haben:

 

 

Was wir von Pater Hanna, aus Knaye und Yacoubieh hören:

Viele Menschen (mindestens 40.000) sind von einem schweren Sturm im Norden Idlibs, in den Dörfern am Orontes (Syrisch-türkischer Grenzfluss westlich von Idblib) und im Westen Aleppos betroffen. Es scheint, dass ca. 60 Lager und 3.000 Zelte durch den Sturm beschädigt oder zerstört worden sind. So versuchen nun Tausende von Menschen, neuen Schutz vor dem anhaltenden Sturm zu finden, wie z.B. Schulen, Moscheen, einige wieder in unserem Kloster. Andere waren gezwungen, letzte Nacht unter freiem Himmel zu schlafen, bei Temperaturen unter null. Wir versuchen zu verstehen, wie wir einige dieser Menschen unterstützen können, auch wenn es scheint, dass sie direkt unter den Schutz anderer türkischer Flüchtlingslager gehen.

Was wir von Pater Ibrahim, Aleppo, wissen:

Die Regierung hat neue Einschränkungen bei der Bereitstellung von Elektrizität im Norden Syriens, besonders in Aleppo, angekündigt. Ab Januar sind nur noch 5 Stunden Strom pro Tag garantiert. Hinzu kommen neue Beschränkungen für Diesel und Benzin Treibstoff pro Monat und Person, die man mit der Monatskarte, die ausgegeben wurde, erwerben kann. Aufgrund der extremen Inflation sind die Mindestkosten für die Lebensmittel zur Ernährung einer Familie für einen Monat das Vielfache eines Monatslohns. Die Folge bedeutet für viele einfach zu hungern.

Was wir von Freunden von ATS vor Ort in Damaskus erfahren haben:

Am Wochenende hat die syrischen Zentralbank eine 5.000-Pfund-Note in Umlauf gebracht – sie ist Zeichen der galoppierenden Geldentwertung und wirft ein grelles Licht auf die dramatische wirtschaftliche Situation im Land. Ein kleines, aber wichtiges Beispiel dafür: die syrische Regierung ist im Augenblick in der Lage nur 20 Prozent der nationalen Nachfrage nach strategisch wichtigem Getreidesaatgut zu decken. Die Landwirte müssen infolgedessen für Saatgut und andere Betriebsmittel wie Treibstoff und Dünger auf den privaten Markt ausweichen und zahlen dafür manchmal das Doppelte des staatlichen Preises. Die weitere Folge: es liegt fruchtbares Ackerland brach, während in vielen Teilen des Landes Hunger herrscht.

Die Spenden, die wir um die Weihnachtszeit erhalten haben, werden wir vor allem für Waisenkinder in Aleppo einsetzen. Bald veröffentlichen wir dazu einen Bericht auf unserer Syrien-Seite.

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