Humanitäre Hilfe auf der Insel Lesbos

Humanitäre Hilfe auf der Insel Lesbos

Die Bilder des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos, das zwischen dem 8. und 9. September 2020 durch Brände verwüstet wurde, sind sehr schnell in Vergessenheit geraten. Das Lager Moria war das größte in Europa und „beherbergte" mehr als 15.000 Flüchtlinge, darunter eine große Anzahl unbegleiteter Minderjähriger, die alle, unter prekären Lebensbedingungen, entweder Asyl suchen oder auf eine Neuverteilung in andere Länder warten. Auch nach dem Brand ist die Situation nicht besser geworden. Im neuen Camp, aus gegebenem Anlass auch als „Moria 2.0“ bekannt, ist die humanitäre Not uferlos und die von der Pandemie diktierten Beschränkungen haben sie noch verschärft.

 

"Wir kamen nach Griechenland mit dem Wunsch nach Frieden, denn in unserem Land herrscht seit zu vielen Jahren Krieg, wir suchten nach einem sicheren Ort, an dem unsere Kinder frei aufwachsen können. Wir wussten nicht, dass wir auch hier in Gefahr sein würden." (Hussein, Afghanistan)

Einige Freunde von uns aus der Gemeinschaft „Papst Johannes XXIII“, sind vor einigen Monaten auf der Insel gewesen, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wie man helfen kann.

 

 

Wir lebten zwei Monate lang auf der griechischen Insel, von Mitte Oktober bis Mitte Dezember 2020, trafen Familien, junge Menschen, einsame Kinder, die ihr Leben riskierten, um auf die Insel zu kommen, nur um festzustellen, dass sie dort nur unmenschliche Behandlung, Ungewissheit, eine Vorhölle des zermürbenden Wartens, das Gespenst der Abschiebung und den Schrecken der gewaltsamen Zurückweisungen gefunden haben. (…) Unsere Gemeinschaft hat beschlossen, dorthin zurückzukehren, um diesem Volk nahe zu sein.

Bereits seit mehreren Jahren unterstützen wir von Support International die „Hütte von Bethlehem“ in Athen, ein Haus, das Obdachlose und Bedürftige aufnimmt und sie begleitet. Wir kennen daher den Ansatz der Gemeinschaft nach dem Vorbild des Gründers Pater O. Benzi „den Ärmsten jeden Tag zu helfen, sie zu einem Teil unseres Lebens zu machen, rund um die Uhr als eine einzigartige Familie zusammenzuleben, unser Haus, das Essen, ein Leben lang zu teilen mit ihnen und Ungerechtigkeit, Armut und Ausgrenzung bekämpfen“. Deswegen haben wir beschlossen, vier Freiwillige zu unterstützen, die sechs Monate lang in Lesbos bleiben werden. Die Freiwilligen gehören dem gewaltfreien Friedenskorps der Gemeinschaft an und verfügen über Erfahrung in Konfliktgebieten wie Palästina, Libanon, Kolumbien und Albanien.

Hier geht es zum Tagebuch aus Lesbos

 

Konkret wollen wir mit diesem Projekt, das wir mit 15.000 Euro unterstützen möchten, unseren Partnern ermöglichen, auf der Insel zunächst für sechs Monate zu bleiben mit dem Ziel:

  • Die Flüchtlinge treffen und anhören, sowohl die, die im Lager leben, als auch diejenigen, die außerhalb, meist in Kellern, im Hauptort Mytilini leben;
  • Unterstützung bei der Versorgung der Grundbedürfnisse der Flüchtlinge, Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten, Kleidung, Begleitung zur medizinischen Versorgung, zu der Flüchtlinge ohne Begleitung kaum Zugang haben;
  • Überwachung von Menschenrechtsverletzungen und Zurückweisungen, die mit Gewalt und Täuschung begangen werden, mit dem Wunsch, den Stimmlosen eine Stimme zu geben;
  • Interessenvertretung für den Schutz der Menschenrechte durch aktive Teilnahme an internationalen und institutionellen Gremien. Die Gemeinschaft „Papst Johannes XXIII“ ist seit 2009 in Genf präsent, da sie eine Akkreditierung beim ECOSOC (Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen) erhalten hat.

 

Herzlichen Dank für Ihre Spenden unter Verwendungszweck: Hilfe Lesbos!

 

Projektverantwortung: stephan.scholz@supportinternational.de

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