Agricultural Skills Training 2020

On-the-job Agricultural Skills Training

 

Im Oktober 2019 erhielten wir die Zusage zur Förderung unseres Projektvorhabens mit dem Titel “On-The-Job Agricultural Skills Training” aus Mitteln des EZ-Kleinprojektefonds von Seiten der Schmitz-Stiftungen. In diesem Projekt ging es um eine agrar-wirtschaftliche innerbetriebliche Fortbildung für syrische Flüchtlinge  in Libanon.

Ziel des Projekts war es, sowohl den libanesischen landwirtschaftlichen Privatsektor im Marjayoun-Gebiet zu stärken als auch die in den Zeltsiedlungen von Marjayoun lebende syrische Flüchtlingsbevölkerung, die zu großen Teilen in den Obstgärten und auf den Feldern arbeitete, durch die Stärkung ihrer technischen Fähigkeiten und somit durch die Verbesserung ihrer Beschäftigungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Die hierfür konzipierte Fortbildung war mit den Bedarfen der Flüchtlinge und ihren Arbeitgebern abgestimmt, d.h. den Landwirtschaftsbetrieben der Umgebung, die ausgebildete Fachkräfte benötigten. Ein wesentliches Merkmal der Fortbildung war, dass diese hauptsächlich innerhalb der Betriebe stattfand.

Das Projekt begann im Januar 2020 und wurde wie geplant Ende März offiziell abgeschlossen.

 

Am angebotenen „Grafting and Pruning“-Kurs, über das Pfropfen und Beschneiden von Pflanzen, konnten insgesamt 12 Frauen und 14 Männern mit einem durchschnittlichen Alter von 20 Jahren teilnehmen.

Die IPM (Integrating Pest Management) -Kurse zum integrierten Pflanzenschutz konnten 30 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren besuchen. Darüber hinaus war ein „Life-Skills“-Kurs vorgesehen, der in der Vergangenheit sehr gutes Feedback erhalten hatte. Dieser konnte für ca. ein Drittel der Teilnehmer aufgrund von Covid-19 nur zur Hälfte durchgeführt werden und wird, sobald dies möglich ist, nachgeholt.

Teilnehmerinnen vom IPM-Kurs während einer Pause

Warum ist das Projekt für den Libanon wichtig?

Der Libanon befindet sich derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Bürgerkrieg. Er ist im Ausland hochverschuldet und gleichzeitig auf Lebensmittelimporte angewiesen. In den Jahren seit dem Ende des Bürgerkrieges 1989 fand eine Umstrukturierung der Wirtschaft statt, die die eigene landwirtschaftliche Produktion zugunsten anderer Wirtschaftszweige (Finanzen, Handel) stark reduziert hat. Da die meisten Lebensmittel und industrielle Erzeugnisse importiert werden müssen, hat das Land ein Leistungsbilanzdefizit. Was sich etwas theoretisch anhört, wirkt sich sehr konkret aus: die Preise für Grundnahrungsmittel steigen enorm, die Armut wächst, die ersten Menschen beginnen zu hungern. Eine Steigerung der eigenen landwirtschaftlichen Produktion ist daher derzeit für die Bewohner des Libanon von unmittelbarem und vitalem Interesse.

 

 

Warum ist das Projekt für uns wichtig?

Neben der Tatsache, dass es zu den ureigensten Aufgaben von Support gehört Menschen zu helfen, die in Not sind, sei an dieser Stelle noch einmal ein wesentlicher Zusammenhang in Erinnerung gerufen: Einer der Gründe für die enorme Flüchtlingswelle im Jahr 2015 war die übergroße Not der Menschen in den Flüchtlingslagern, insbesondere in den Flüchtlingslagern rund um Syrien. Alles was dazu beiträgt den Menschen in diesen Lagern Zukunftsaussichten zu geben im Libanon oder in Syrien nach einer eventuellen Rückkehr, hilft ihnen in ihrem angestammten Kultur- und Lebensraum zu bleiben und nicht aus Verzweiflung einen Ausweg in der Flucht zu suchen.

Theoriekurs Propfen und Beschneiden

Praxis-Unterricht zum Thema Baumschnitt

IMP Praxiskurs

 

IMP Praxiskurs

Weiter zur Projektseite: Libanon - Heimatland für Heimatlose