Schulen als Orte des Dialogs
Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zeigt seit Jahren wie unter einem Brennglas die Spannungen, Ängste und Spaltungen unserer Zeit. Krieg, Gewalt und gegenseitiges Misstrauen hinterlassen tiefe Wunden – auch lange nach einem Waffenstillstand. Umso wichtiger sind Räume, in denen Dialog, Begegnung und gegenseitiges Verständnis wachsen können.
Vor einigen Monaten haben wir Federica Sasso kennengelernt, die beim Rossing Center for Education and Dialogue in Jerusalem arbeitet. Die Organisation setzt sich durch Bildungs- und Dialogarbeit dafür ein, dass junge Menschen lernen, Vorurteile zu hinterfragen, Empathie zu entwickeln und respektvoll miteinander umzugehen. Jüdische und arabische Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler begegnen sich dort bewusst über gesellschaftliche und religiöse Grenzen hinweg.
"Wenn Frieden so ernsthaft gelehrt wird wie Mathematik, wird eine neue Realität zwischen Palästinensern und Israelis möglich sein."
Gemeinsam unterstützen wir nun das Projekt “Foundations for Change (F4C)”, das Schulen als wichtige Akteure für gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Ausgangspunkt ist die Realität eines stark segregierten Bildungssystems in Israel, in dem verschiedene Bevölkerungsgruppen oft voneinander getrennt lernen und aufwachsen. Diese fehlende Begegnung verstärkt häufig Unsicherheit, Stereotype und gesellschaftliche Spannungen.
F4C setzt genau hier an: Schulleitungen und Lehrkräfte werden dabei unterstützt, Schulen bewusst als Orte des Dialogs, der Vielfalt und des friedlichen Zusammenlebens zu gestalten. Durch Fortbildungen, pädagogische Programme und langfristige Begleitung lernen sie, schwierige gesellschaftliche Themen konstruktiv im Schulalltag aufzugreifen und jungen Menschen neue Perspektiven des Zusammenlebens zu eröffnen.
Basierend auf über 15 Jahren Erfahrung in Lehrerausbildung und dialogbasierten Bildungsprogrammen mit über 5.000 Schülern, Lehrern und Schulleitern jährlich basiert das Projekt auf einer zentralen Erkenntnis: Nachhaltiger Wandel erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der von selbstbewussten und engagierten Schulleitern geleitet wird.


