Ein Name und eine Zukunft

Ein Name und eine Zukunft

Unterstützung für vergessene Mütter und ihre Kinder in Ost-Aleppo

DER KONTEXT

Das Projekt konzentriert sich auf besonders vulnerable Kinder in 13 Stadtteilen von Ost-Aleppo, einer Region, die noch immer schwer unter den Folgen des langjährigen Krieges leidet und zusätzlich durch das verheerende Erdbeben vom Februar 2023 getroffen wurde. Viele der dort lebenden Kinder wurden unter Bedingungen von Gewalt, Vertreibung und Unsicherheit geboren. Ein erheblicher Teil von ihnen wurde nie offiziell registriert und besitzt daher keine rechtliche Identität. Dies bedeutet, dass sie keinen regulären Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben.

Die Situation wird zusätzlich durch die Rückkehr zahlreicher syrischer Familien verschärft, die während des Bürgerkriegs ins Ausland geflohen waren. Viele dieser Familien kehren nun aus dem Libanon zurück, oft mit Kindern, die den Großteil ihres Lebens in Flüchtlingslagern verbracht haben und erhebliche Bildungs- und Entwicklungsdefizite aufweisen. Die Rückkehr erfolgt in ein fragiles Umfeld, das weiterhin von zerstörter Infrastruktur, weit verbreiteter Armut und einem Mangel an grundlegenden Dienstleistungen geprägt ist. Schulen, soziale Einrichtungen und andere Unterstützungsangebote können den bestehenden Bedarf vielerorts kaum decken.

DER ANFANG: EINE AUßERGEWÖHNLICHE ZUSAMMENARBEIT

„Ein Name und eine Zukunft“ entstand aus einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit: Im Geist der Freundschaft und des interreligiösen Dialogs gründeten H.E. Mons. George Abou Khazen (ehemaliger Apostolischer Vikar der lateinischen Kirche), der islamische Mufti von Aleppo Sheikh Mahmud Akam und der Franziskanerpater Firas Lufti das Projekt.
Von Anfang an galt die Hilfe vor allem den Frauen und Kindern aus Ost-Aleppo, die seit 2016 an den Rand gedrängt waren, weil sie mit dschihadistischen Gruppen in Verbindung gebracht wurden, die sich gegen das Assad-Regime stellten, und die bis vergangenen Dezember in der Region Idlib Zuflucht gesucht hatten.
Heute beschäftigt das Programm 32 lokal ausgebildete und angelernte Fachkräfte (Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter, Psychologen, Physiotherapeuten), um  Kindern zwischen 5 und 17 Jahren psychologische, soziale und pädagogische Unterstützung zu geben. Mehr als 10% dieser Kinder sind körperlich behindert, viele weitere haben Lernschwierigkeiten.

DER GANZHEITLICHE ANSATZ DES PROJEKTES

Viele Kinder sind Kinderarbeit, Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch ausgesetzt. Besonders betroffen sind Mädchen und Kinder mit Behinderungen. Studien zeigen, dass in über 40 % der Haushalte Anzeichen schwerer Traumafolgen bei Kindern festgestellt wurden. Mit dem Karm Al-Dou’dou-Zentrum bieten unsere Partner von Pro Terra Sancta einen geschützten Raum für Bildung, psychosoziale Unterstützung und Qualifizierung. Die Resilienz von Kindern und ihren Familien wird dadurch gestärkt, ihre soziale Teilhabe gefördert und Perspektiven für eine sichere und hoffnungsvollere Zukunft werden geschafft. In diesem Sinne verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz und umfasst drei zentrale Handlungsfelder: Bildung, psychosoziale Unterstützung sowie die Förderung von Frauen und anderen besonders vulnerablen Erwachsenen.

BILDUNG
Der Zugang zu Bildung wird für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 Jahren bis zum Universitätsalter gefördert. Dazu werden Lernangebote für Kinder außerhalb des Schulsystems, Unterstützung beim Wiedereinstieg in die Schule, Vorbereitung auf Abschlussprüfungen sowie Englischkurse für Studierende angeboten. Ziel ist es, Bildungsabbrüche zu verhindern und langfristige Zukunftsperspektiven zu schaffen.
PSYCHOSOZIALE UNTERSTÜTZUNG
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird durch psychosoziale Angebote, Life-Skills-Trainings und individuelle Begleitung gestärkt. In geschützten Räumen erhalten sie die Möglichkeit, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und soziale sowie emotionale Kompetenzen aufzubauen. Besondere Unterstützung erhalten Kinder mit Behinderungen durch Sprachtherapie, individuelle Fördermaßnahmen und die Einbindung ihrer Familien.
FÖRDERUNG VON FRAUEN UND VULNERABLEN ERWACHNESNEN
Die soziale und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen und besonders benachteiligten Erwachsenen wird durch Alphabetisierungskurse, psychosoziale Begleitung und berufliche Qualifizierungsmaßnahmen gefördert. Praxisorientierte Ausbildungsangebote vermitteln Fähigkeiten für eine eigenständigere Lebensgestaltung und tragen zur Stärkung der Familien und der Gemeinschaft bei.

Dank der großzügigen Spenden, die wir während der Weihnachtszeit erhalten haben – insbesondere durch die Spendenkampagne der Organisation Vivere – konnten wir folgende Maßnahmen in unserem Projekt erfolgreich umsetzen:

  • 120

    Kinder mit Behinderung

  • 2

    Fachkräfte (Sozialarbeiter und Logopäde)

  • 200

    Kinder und Jugendlichen besuchen psychosoziale Aktivitäten

  • 150

    gefährdeten Frauen besuchen Ausbildungskurse 

UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE ARBEIT

Herzlichen Dank für Ihre Spende unter Verwendungszweck "Syrien"

Projektpartner

Projektverantwortung

Erica Berni: erica.berni@supportinternational.de