Hier habe ich mein Zuhause gefunden
Dank der großzügigen Spende des Effner-Gymnasiums Dachau konnten wir zum Bau eines neuen Schlafgebäudes an der Luigi Giussani High School in Kampala beitragen. Welche Bedeutung diese Schule für ihre Schülerinnen und Schüler hat, zeigt das bewegende Zeugnis des Schulleiters. Anhand der Geschichte von M. wird deutlich, dass Bildung weit mehr bedeutet als Unterricht und Schulgebäude: Sie schenkt jungen Menschen einen Ort, an dem sie sich angenommen, begleitet und wertgeschätzt fühlen.
Der Direktor der Luigi Giussani High School schreibt in seinem Dankbrief an das Effner-Gymnasium:
"M. kam fast zufällig an unsere Schule. Erst in seinem zweiten Schuljahr lernten wir ihn näher kennen, als wir eine Schulfahrt organisierten, die allen Schülerinnen und Schülern offenstand. Seitdem hat er uns oft erzählt, dass die Begegnung mit unserer Schule eine echte Revolution in seinem Leben gewesen sei.
Am Ende seiner ersten vier Jahre der Sekundarschule gelang es seiner Mutter, für ihn ein Stipendium an einer renommierten Schule zu erhalten, die ziemlich weit von Kampala entfernt lag. Dort konnte M. naturwissenschaftliche Fächer studieren, ohne Schulgeld bezahlen zu müssen. Für eine Familie hier in Kampala ist die Befreiung von den Schulgebühren eine enorme Erleichterung.
Als M. sich von uns verabschiedete, bedeutete dieser Schritt für ihn ein großes Opfer, aber er wusste auch, dass er nicht allein war.
Einige Monate später, an dem Tag, an dem die Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse für das erste Schulhalbjahr erhielten, traf ich ihn wieder an unserer Schule. Er erzählte mir von seiner neuen Schule. Sie war sehr gut organisiert und hatte auch viele Angebote. Die Schülerinnen und Schüler durften sogar ihre Handys benutzen und hatten kostenloses WLAN. Außerdem war er in kurzer Zeit recht beliebt geworden. Doch dann sagte er etwas, das ich nie vergessen werde.
'Was mir gefehlt hat, war mein Zuhause. Was ich zum Leben am meisten brauche, ist der Blick, dem ich hier begegnet bin, der Blick, der mein Leben verändert hat.'
Er erzählte mir, dass er mit seiner Mutter gesprochen hatte. Er wusste sehr genau, welches Opfer er von ihr verlangte. Doch obwohl er zutiefst dankbar für die Chance war, die er erhalten hatte, vermisste er sein „Zuhause“ zu sehr.
Seine Mutter sah ihn an und sagte einfach:
'Ich weiß. Komm sofort zurück.'
Als M. mir das erzählte, sah er nicht aus wie ein Junge, der Angst vor dem Leben hatte. Er hatte das Gesicht eines Menschen, der entdeckt hat, wohin er gehört, und der weiß, dass er diese Zugehörigkeit genauso sehr braucht wie die Luft zum Atmen.
Deshalb ist Eure Hilfe so wertvoll. Ihr helft uns nicht einfach dabei, Mauern, Räume und Betten zu bauen. Ihr helft uns, einen Ort zu schaffen, an dem Schülerinnen und Schüler wie M. sich zu Hause fühlen können, an dem sie mit Liebe angesehen werden und ihren eigenen Wert entdecken können."


