AKTUELLE LAGE UND HERAUSFORDERUNG
Gesellschaftliche Polarisierung prägt viele Bereiche der israelischen Gesellschaft und hat sich besonders in den letzten zwei Kriegsjahren sowie im aktuellen fragilen Waffenstillstand deutlich verschärft. Politische, religiöse und ethnische Spannungen nehmen zu und belasten zunehmend das gesellschaftliche Zusammenleben.
Der Democracy Index 2025 des Israel Democracy Institute zeigt eine wachsende Polarisierung zwischen politischen Lagern, zwischen religiösen und säkularen Gruppen sowie zwischen jüdischen und palästinensischen Bürgern Israels. Letztere nehmen diese Spannungen besonders stark wahr und erleben sie häufig als eine der tiefsten gesellschaftlichen Bruchlinien.
Diese Entwicklungen wirken sich auch stark auf Schulen aus. Bildungseinrichtungen stehen vor der Herausforderung, mit zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen umzugehen, während sie gleichzeitig Räume für Dialog, gegenseitiges Verständnis und friedliches Zusammenleben schaffen sollen. Viele Schulen verfügen jedoch nicht über ausreichende Ressourcen, Methoden oder Unterstützung, um diese Aufgabe systematisch zu bewältigen.
DAS PROJEKT: FOUNDATION FOR CHANGE (F4C)
Das Projekt Foundations for Change (F4C) setzt genau an diesem Punkt an und stärkt Schulen als wichtige Akteure für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ziel des Projekts ist es, Ansätze für gemeinschaftsorientierte und friedensfördernde Bildung nachhaltig in das reguläre Bildungssystem zu integrieren. Auf Grundlage von über 15 Jahren Erfahrung in der Lehrerausbildung und dialogbasierten Bildungsprogrammen verfolgt F4C einen ganzheitlichen Schulansatz.
Im Mittelpunkt steht die Stärkung von Schulleitungen und Lehrkräften, damit sie Schulen bewusst als Orte des Dialogs, der Begegnung und des respektvollen Zusammenlebens gestalten können. Durch Trainings, pädagogische Programme und institutionelle Unterstützung werden Schulen befähigt, konstruktiv mit gesellschaftlicher Vielfalt und Konflikten umzugehen.
So trägt das Projekt dazu bei, langfristig eine Kultur des Dialogs, des gegenseitigen Verständnisses und des friedlichen Zusammenlebens zu fördern.
UMSETZUNG DES PROJEKTES IN DEN SCHULEN
Das Projekt arbeitet direkt mit Schulleitern, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden aus jüdischen und palästinensischen Gemeinschaften. Da Schulleiter eine zentrale Rolle für Schulkultur, Prioritäten und pädagogische Entwicklungen spielen, stehen sie im Mittelpunkt der Maßnahmen.
Durch langfristige Fortbildungen und Trainings unterstützt Foundations for Change die Teilnehmenden dabei, Friedensbildung und das Konzept einer gemeinsamen Gesellschaft in den Schulalltag zu integrieren. Die beteiligten Schulleiter entwickeln anschließend eigene, an ihre Schule angepasste Bildungspläne, die sich an gemeinsamen Leitprinzipien orientieren und auf dem „Ideal Graduate“-Modell basieren, das gemeinsam mit dem aChord Center for Social Psychology for Social Change an der Hebräischen Universität Jerusalem entwickelt wurde.
Diese Schulpläne geben Lehrkräften Struktur und Unterstützung, um Themen wie Dialog, Vielfalt und gegenseitigen Respekt sowohl im Unterricht als auch in informellen Lernformaten zu vermitteln. Langfristig soll so das Schulklima messbar verbessert werden. Schülerinnen und Schüler lernen, Vielfalt wertzuschätzen, Empathie zu entwickeln und sich mit Fragen von Ungleichheit, Gerechtigkeit und Menschenrechten auseinanderzusetzen. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken, die in einer inklusiven und demokratischen Gesellschaft zusammenleben können – auch in einem von Konflikten geprägten Umfeld.
Herzlichen Dank für Ihre Spenden unter Verwendungszweck: Foundation for change
UNSER PARTNER: ROSSING CENTER FOR EDUCATION AND DIALOGUE
Das Rossing Center for Education and Dialogue mit Sitz in Jerusalem ist eine interreligiöse Organisation, die sich für Frieden, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. Ziel ist es, eine Gesellschaft zu fördern, in der religiöse, ethnische und nationale Vielfalt als Stärke verstanden wird.
Seit seiner Gründung im Jahr 2006 arbeitet das Zentrum mit einem vielfältigen israelisch-palästinensischen Team aus Juden, Christen und Muslimen und erreicht jährlich über 10.000 Teilnehmende durch Bildungs-, Dialog- und Begegnungsprogramme.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Bildungssystem: In Zusammenarbeit mit dem israelischen Bildungsministerium sowie Universitäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen entwickelt das Rossing Center Programme für Schulleiter, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende. Sie sollen als Multiplikatoren wirken und junge Menschen dabei unterstützen, pluralistische Identitäten, Empathie und Sensibilität für Ungleichheit zu entwickeln.
Ergänzend dazu organisiert das Zentrum Dialog- und Begegnungsformate zwischen jüdischen und arabischen Gemeinschaften sowie internationale Austausch- und Forschungsprogramme zur Friedensförderung. Durch diese Kombination aus Bildungsarbeit, Dialog und institutionellen Partnerschaften trägt das Rossing Center dazu bei, langfristig inklusive und gerechte Gesellschaften zu stärken.


