Syrienhauptseite

Syrien: Gott zerstört nicht, sondern baut auf

 

Wir hören noch die Worte in unserem Herzen, die der gekreuzigte Jesus an den Heiligen Franziskus zu Beginn seines Weges gerichtet hat: „Richte mein Haus wieder auf, siehst du nicht, dass es zusammenbricht?“. Dieser Satz ist das Motto unserer Mission, gestern, heute und morgen. Wir versuchen mit aller Kraft, uns weiterhin für diesen „Wiederaufbau“ auf allen Ebenen einzusetzen, insbesondere den „Wiederaufbau“ des Menschen und der Familien.

(Pater Ibrahim)

 

Neujahrsbrief von P. Ibrahim zum Jahr 2022

Für unsere Projekte in Syrien kooperieren wir mit der NGO Pro Terra Sancta. Diese ist gewissermaßen der weltliche Arm der Kustodie im Heiligen Land. Sie unterstützt alle Werke der Franziskaner in Israel, Jordanien, Libanon und insbesondere auch in Syrien. Die Werke in Syrien sind unter anderen:

  • Verteilen von Lebensmittelpaketen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Notfall-Zentren

Aktuelle Lage in Syrien

Mehr als zehn Jahre nach dem Ausbruch des Syrien-Konflikts ist die Lebenssituation der syrischen Bevölkerung weiter dramatisch. Die Auswirkungen der Sanktionen haben dazu geführt, dass sich die wirtschaftliche Lage der gesamten Bevölkerung im Jahr 2021 immer weiter verschlechtert hat, wobei die Schwächsten immer mehr in Bedrängnis geraten und das Land gelähmt wird. Wie der Humanitarian Response Plan 2021 berichtet, benötigen offiziell 13,4 Mio. Menschen humanitäre Hilfe. Fast die Hälfte hiervon sind Kinder. 6,2 Mio. Menschen wurden vertrieben, 5,6 Mio. sind ins Ausland geflohen. 90% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, und man schätzt, dass 9,3 Mio. Menschen nicht über ausreichende Nahrung verfügen.

Nicht einmal mit zwei Gehältern kann man eine Familie regelmäßig ernähren, und dies schon seit mehreren Monaten. Der Benzinpreis ist extrem hoch, weil aufgrund der Sanktionen gegen den Iran und Syrien nichts mehr importiert wird. Endlose Schlangen von Autos und Taxis stehen an, um zu tanken. Zum Tanken muss man einen ganzen Tag investieren und ca. 5km lang Schlange stehen.

Beim Strom ist die Lage besonders schlecht. Pro Tag steht in den Häusern nur für 2-3 Stunden Strom zur Verfügung. Die übrigen Stunden müssen mit dem Stromgenerator abgedeckt werden, der mit Benzin läuft und daher sehr teuer ist. Die Krise im Libanon und die Covid-19-Pandemie haben die schon vorher dramatische Situation noch weiter verschärft. Viele Familien suchen nach Wegen, um aus dem Land zu fliehen. Sie sehen keine Möglichkeit mehr, in dieser so schwierigen ökonomischen Situation zu überleben. Die Folgen der Krise sind dramatisch: die Familien haben angefangen, auf eine der täglichen Mahlzeiten zu verzichten, weil sie nicht mehr genug einkaufen können und viele von ihnen leben ohne Heizung. In dieser Situation bleibt die humanitäre Hilfe von grundlegender Bedeutung. Alle Familien bitten um humanitäre Hilfe, weil sie zu wenig Geld zum Lebensunterhalt haben. Mit einem Monatsgehalt kann man 4-5 Kanister mit 2 Litern Öl kaufen.  Auch an Brot fehlt es. Man kann so viel Stück Brot kaufen, wie die Familie Mitglieder hat, nicht mehr.

Eine warme Mahlzeit an Weihnachten

Aus diesem Grund hat man entschieden, in der Pfarrei vom Heiligen Franziskus in Aleppo eine Mensa für die ärmsten und schwächsten Personen einzurichten.

Ziel ist es, zumindest teilweise auf das Problem von Hunger und Mangelernährung zu antworten, indem täglich eine warme Mahlzeit für all diejenigen ausgegeben wird, die nicht mehr selbst für sich sorgen können: Alte, Behinderte, Witwen, Waisen und die ärmsten Familien der umliegenden Viertel.

Dank der Weihnachtsspenden, die eingesammelt wurden, unterstützt Support International diese Initiative von P. Ibrahim, der sich zusammen mit 50 Mitarbeitern und Ehrenamtlichen voll einsetzt und in der Pfarrei für das Hilfsangebot geeignete Räumlichkeiten anbietet.

Jeden Tag werden warme Mahlzeiten für 1.000 Personen angeboten.

Unser Ziel ist es, den Ärmsten von Aleppo eine würdige Mahlzeit ermöglichen zu können.

Die vergessenen Kinder von Ost-Aleppo

Die jüngere Generation trägt am meisten die Last für diese Situation. Viele Kinder ab 9 Jahren arbeiten, um ihren Familien über die Runden zu helfen, und viele Eltern verbieten ihnen, wieder zur Schule zu gehen.  Aufgrund dieser Lage haben wir beschlossen im Jahr 2021 das Projekt „Ein Name eine Zukunft“ zu fördern, um die vergessenen Kinder und ihren Mütter in Ost-Aleppo zu unterstützen.

 

 

Mehr zu diesem Projekt lesen Sie hier: ein Name und eine Zukunft

Unsere Hilfe im Corona-Jahr 2020

Unsere Hilfe in Damaskus

Projektverantwortung

Erica Berni: erica.berni@supportinternational.de