Syrienhauptseite

Syrien: Gott zerstört nicht, sondern baut auf

Nach neun Jahren Krieg stellt das Jahr 2020 Syrien auf eine harte Probe, und zusätzlich zur Krise von Covid-19 gibt es  Wirtschaftssanktionen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, die das Land zum wirtschaftlichen Zusammenbruch führen. Die Probleme werden immer größer: Das Problem des Virus ist nicht gelöst. Die Menschen haben ihre Arbeit verloren, die Wirtschaft erlebt einen Stillstand. Man musste die Corona-Maßnahmen lockern, um nicht zu verhungern, aber die Infektionen gehen weiter. Es gibt viel Angst und Verwirrung.

Bei einem Interview mit Pater Ibrahim in Aleppo berichtete er darüber, wie der Verlust der Hoffnung für das syrische Volk auch zu einem spirituellen Problem wird. “Mein Gehalt reicht nicht aus, um 3 kg Fleisch zu kaufen!” sagte ein Familienvater  Pater Ibrahim – es gibt kein Geld für Fleisch; Käse und Eier werden zu Luxusgütern. Auch die gesundheitliche Situation ist außer Kontrolle geraten: “Wir haben 250 Menschen, die wir bei der Bezahlung von Medikamenten unterstützen, aber mit dem Wirtschaftsembargo sind die Apotheken geschlossen und wir sind ohne Medikamente.” Der Franziskaner fährt fort: „Die Menschen haben Angst, weil sie nicht wissen, in welche Richtung sich das Land entwickelt. Unsicherheit ist schlimmer als Hunger selbst - unser Dienst ist kostbar und notwendig, wir können nicht anders, als diesen Menschen wirtschaftlich und psychologisch zu helfen”.

 

Lesen Sie den neuen Brief von Pater Ibrahim aus Aleppo, 14.09.2020

 

 

Wir hören noch die Worte in unserem Herzen, die der gekreuzigte Jesus an den Heiligen Franziskus zu Beginn seines Weges gerichtet hat: „Richte mein Haus wieder auf, siehst du nicht, dass es zusammenbricht?“. Dieser Satz ist das Motto unserer Mission, gestern, heute und morgen. Wir versuchen mit aller Kraft, uns weiterhin für diesen „Wiederaufbau“ auf allen Ebenen einzusetzen, insbesondere den „Wiederaufbau“ des Menschen und der Familien.

(Pater Ibrahim)

Für unsere Projekte in Syrien kooperieren wir mit ATS (Assoziazione Pro Terra Sancta). ATS ist gewissermaßen der weltliche Arm der Kustodie im Heiligen Land. Sie unterstützt alle Werke der Franziskaner in Israel, Jordanien, Libanon und insbesondere auch in Syrien. Die Werke in Syrien sind unter anderen:

  • Wiederaufbau von zerstörten Wohnungen (ca. 3.000 Euro für eine Wohnung)
  • Darlehen für Klein-Unternehmen als Starthilfe
  • Verteilen von Lebensmittelpaketen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Notfall-Zentren

Dank den großzügigen Spenden vom Frühling konnten wir die Arbeit von den Franziskanern in Syrien ein wenig unterstützen:

  • In Knaye und Yacoubieh in der Region Idlib in Syrien: in den zwei Notfallzentren wurden Lebensmittelpakete, Decken, Medikamente, Babyprodukte (insbesondere Milchpulver und Windeln), Gutscheine für den Kauf von Treibstoff für Strom und Heizung, Kleidung und Waschmittel an 240 Familien verteilt. In den Klöstern sind auch zwei heimlich geführte Schulen, die  die einzige Möglichkeit für ca. 70 Schüler eine Ausbildung zu erhalten bilden sowie für 11 christlichen Lehrer einen Arbeitsplatz zu haben. In dem Gebiet wurde jede christliche Erziehung abgeschafft, die Schüler aus christlichen oder anderen ethnischen Gruppen und Religionen, haben das Recht auf den Besuch der wenigen verbliebenen, öffentlichen Schulen verloren. Dank der Spende von Support International konnten wir diese Möglichkeit aufrechterhalten, trotz der kritischen Lage.Die Unterstützung dieser Aktivitäten stellt eine positive Antwort auf die Gegenwart und die Zukunft dieser Kinder und ihrer Familien dar, die ständig in ein Klima des Terrors und der Gewalt eingetaucht sind. Schule und Kindergarten sind Orte, an denen Begegnung und Bildung die einzigen Waffen sind, um den Krieg gegen den Fundamentalismus und Gewalt zu gewinnen und der Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden Glaubwürdigkeit zu geben. 

 

 

 

              • In Aleppo Ost: Ostaleppo ist fast ganz zerstört und ist noch heute eine der ärmsten und am meisten degradierten Gegenden der Stadt. Genau hier betreuen die Franziskaner in zwei Notfallzentren verwaiste Kinder, die von ihren Familien verlassen wurden, und all jene, die infolge von Vergewaltigung und Missbrauch geboren wurden. Diese Kinder und ihre Mütter erhalten keinerlei staatliche Unterstützung, im Gegenteil, sie werden mit Feindseligkeit betrachtet, weil sie als Söhne der Sünde gelten und nicht mal registriert sind. In vielen Fällen leben sie unter schrecklichen Bedingungen, sie werden von allen ausgegrenzt und brauchen alles: Nahrung, Wasser, aber auch eine psychologische und soziale Genesung, oft auch eine Rechtsberatung.

1050 Kinder und 400 Mütter werden in den zwei Zentren betreut.

 

Mit unserem Beitrag konnten wir dafür sorgen, dass in den letzten Monaten die Betreuungsaktivitäten und die psychologische Unterstützung online weitergeführt werden. Für die schwierigsten Fällen und die Waisenkinder wurden die Aktivitäten in den Zentren weitergeführt. Für  300 Familien wurden außerdem Lebensmittelpakete und Auflagen zum Schutz vor Covid-19 verteilt.

 

 

The Franciscan Music Center

in Damaskus unterstützen wir eine Musikschule für Kinder, mehr dazu lesen Sie hier

 

 

Unsere Hilfe in Aleppo und Damaskus

Projektverantwortung

Erica Berni: erica.berni@supportinternational.de