Lubaga Hospital

Das Lubaga Hospital in Kampala / Uganda

Eine kurze Geschichte des Lubaga Hospitals …

… auch „Uganda Martyrs Hospital Kampala“ genannt. Es wurde 1899 von sechs Schwestern als Station für die Schlafkrankheit gegründet. In den Gründungsjahren versorgten die Schwestern jährlich bis zu 30.000 Kranke. Die nationale und übernationale Bedeutung dieses Krankenhauses geht auf eine Geschichte aus den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts zurück: Zwei an Lungenpest (zur damaligen Zeit zu 100% tödlich) erkrankte Schwestern wurden nach Anrufung der ugandischen Märtyrer auf unerklärliche Weise geheilt. Der damalige leitende Internist, ein aus Pakistan stammender Muslim, bestätigte dieses Wunder, welches zur Heiligsprechung der Märtyrer im Jahre 1964 führte.

Das Lubaga Hospital heute

 

Heute behandelt das 275-Betten-Krankenhaus ca. 15.000 Patienten jährlich und versorgt weitere 160.000 Patienten ambulant. Es verfügt über eine chirurgische, eine gynäkologische, eine Kinder-Station sowie eine Station für Neugeborene und für Innere Medizin. Mehr als 5.000 Frauen entbinden jährlich im Lubaga Hospital. Träger des Krankenhauses ist die Erzdiözese Kampala.

Der Poor Patient Fund (PPF)

Der PPF ist dem Wunsch entsprungen, nicht nur qualitativ hochwertige Medizin anzubieten, sondern auch Arme und sozial Benachteiligte jeder Herkunft zu unterstützen. Nach einem bestimmten Schema wird durch eine Sozialarbeiterin die ökonomische Notlage festgestellt und dann gemeinsam entschieden, wie viel Prozent der Krankenhausrechnung der PPF übernimmt.

"Der 'Poor Patient Fund' des Lubaga Krankenhauses ist gelebte Solidarität und Barmherzigkeit. Er hilft bedürftigen Mitmenschen in Not beizustehen, wenn sie notwendige Krankheitskosten teilweise oder gar nicht aufbringen können, ohne ihr Hab und Gut verkaufen zu müssen. Ein menschlicher Gestus, der einem gestolperten Menschen wieder auf die Beine hilft und ihm vermittelt: Du bist mir wichtig und wir lassen Dich nicht allein in Deiner Not."

Dr. Adolf Diefenhardt (ehemaliger Direktor des Lubaga Hospital und Initiator des PPF)

"Ich bin so dankbar für das Geschenk des Poor Patient Fund. Wir können damit so vielen Menschen, insbesondere Kindern in großer Not helfen. Dieser Fund ist eine große Gnade für uns. Gott segne alle, die sich dafür einsetzen und ihr Geld geben."

Schwester Margaret Nakitto (Koordinatorin des PPF im Lubaga Hospital) 

Der PPF erklärt von Margaret Nakitto

In dem angehängten Interview beschreibt Margaret sehr einfach und schön, was der PPF für Sie persönlich, für die betroffenen Patienten, aber auch für das Krankenhaus als Ganzes bedeutet. Sie erklärt anhand konkreter Fälle, wie er im Alltag des Krankenhauses funktioniert.  

Helfen Sie mit Ihrer Spende und geben Sie weiteren Patienten eine Perspektive für ihr Leben. Für weitere Auskünfte stehen ihnen jederzeit die Projektverantwortlichen zur Verfügung. 

Projektverantwortung

Sabine Zipp:  sabine.zipp@supportinternational.de

Dr. Adolf Diefenhardt:  adolf.diefenhardt@yahoo.de

Aktuelle Fälle des Poor Patient Fund

Nach welchen Kriterien wird ein Zuschuss aus dem PPF gewährt?

Der Fragebogen

 Mit den folgenden Fragen hat unsere Sozialarbeiterin Margaret Nakitto, die verantwortlich für den Poor Patient Fund im Lubaga Hospital ist, ein eigenes, sehr wichtiges und hilfreiches Instrument des PPFs entwickelt. Dieser hat mit oberster Priorität die Würde des Menschen im Blick, dem es in der Notsituation zu helfen gilt (Solidarität), berücksichtigt aber gleichzeitig die Eigenverantwortung und den möglichen Beitrag des Betroffenen und seiner Familie (Subsidiarität).

Gesundheitszustand:

  1. Ist eine chronische Krankheit bekannt?
  2. Hat der Patient eine Behinderung - Taub, blind, physisch, psychisch?
  3. Ist der Patient therapiebedürftig aufgrund von Krebs?
  4. Ist der Patient HIV-positiv?
  5. Liegt eine Unterernährung vor?
  6. Ist bekannt, dass der Patient je an Alkohol- oder Drogenabusus litt?

Indikatoren für Armut:

  1. Woher kommt Ihr Trinkwasser hauptsächlich - Aus einer Wasserleitung, öffentlicher Brunnen, Regenwasser, Fluss?
  2. Toilettenverfügbarkeit: eigene Toilette, geteilte Toilette, Toilette ohne Wasser auf dem Hof/Stück Land, keine Toilette?
  3. Besitzen Sie Ihr Haus oder ist es gemietet?
  4. Ist Ihr Haus mit Ziegeln, Wellblech, Stroh oder Lehm gedeckt?

Wirtschaftliches Einkommen:

  1. Woher kommt das Haupteinkommen Ihres Haushalts - Vertragsgebundene Tätigkeit, Gelegenheitsarbeit, Geldsendungen, arbeitslos?
  2. Wieviel beträgt Ihr gesamtes Haushaltseinkommen?
  3. Wer ist der Haupternährer Ihres Haushalts?
  4. Wen und wieviel gilt es im Haushalt zu versorgen: Kinder, Eltern/ein Elternteil, Verwandte?

 

Soziale Situation:

  1. Für Kinder unter 18 Jahren: Vollwaise, Halbwaise, beide Eltern oder ein Elternteil nicht verfügbar?
  2. Wurden das Kind oder die Mutter misshandelt: Psychologisch misshandelt, körperlich misshandelt, sexuell misshandelt?
  3. Alleinerziehend, junge Mutter ohne Rückhalt durch Partner, Ehemann oder Familie?

Die Auswertung – eine erste Indikation

Alle Antworten werden nach einem Punktesystem (1-100) zusammengefasst:

  • Über 100 Punkte: Komplette Kostenübernahme durch den PPF
  • 80 – 99 Punkte: Eigenanteil bis 100.000 UGX (derzeit ca. 23€) - Rest begleicht PPF
  • 60 -79 Punkte: Eigenanteil bis 500.000 UGX, Rest begleicht PPF
  • Unter 60 Punkten: Unterstützung durch PPF nur in Ausnahmefällen

 Das Gespräch

Im Gespräch, welches in der Regel die Sozialarbeiterin Margaret Nakitto führt, ergibt die Auswertung des Fragebogens eine erste Indikation, ob und wieviel der PPF an den Kosten des Krankenhausaufenthaltes und der notwendigen Behandlung übernimmt. Das Gespräch erfolgt, wenn der Patient mitteilt, dass er seine Behandlungskosten nicht oder nur zum Teil selbst bezahlen kann. Frau Nakitto erhält so einen Überblick über dessen soziale und wirtschaftliche Lage. Fast immer erfolgt ihre direkte Begutachtung der konkreten Lebensumstände vor Ort, d.h. dort, wo der Patient bzw. seine Familie wohnt. So bringt sie Transparenz in die Gesamtsituation des Bedürftigen.

Die Entscheidung

Frau Nakitto gibt dann eine Empfehlung an die Krankenhausleitung ab. Basierend auf dieser Empfehlung und dem Fragebogen, wird dann gemeinsam endgültig entschieden, ob und wieviel der Patient an finanzieller Unterstützung durch den PPF erhält.