Flüchtlinge in Nah- und Mittelost

Die Last der Flüchtlingsnot am Beispiel Libanon

Durch den Zivilkrieg in Syrien sind nach Schätzungen der UNHCR (2017)
etwa 4.800.000 Menschen auf der Flucht in den Gebieten um den Nahen
Osten und in Nord Afrika.
Der Libanon trägt nach der Türkei das größte sozioökonomische Gewicht und
hat mit beinahe 35% mit dem höchsten Prozentsatz von Flüchtlingen pro
Einwohner – mit anderen Worten beinahe mehr als jeder dritte Einwohner ist
ein Flüchtling. In Zahlen: 1,5 Millionen syrische und ca. 500.000
palästinensische Flüchtlinge leben derzeit im Libanon bei einer gesamten
Einwohnerzahl von 5-6 Millionen. Nach wie vor verlassen Hunderte von
Menschen täglich die kritischsten syrischen Gebiete auf der Suche nach
Frieden und erträglichen Lebensumstände. Die Teilung der
Landesressourcen (Strom, Wasser, Nahrung wie auch Erziehung, Arbeit,
Gesundheit Versorgung), die bereits vor der Krise nicht ausreichend waren,
ist eine ständige Quelle von sozialen Spannungen, die das friedliche
Zusammenleben die Flüchtlinge der Bevölkerung ständig gefährden. Es ist
außerdem Fakt, dass die libanesische Regierung, das Bestehen von
Flüchtlingscamps auf libanesischem Gebiet noch nicht legitimiert hat.
Deswegen muss die syrische Bevölkerung in inoffiziell entstandenen Kamps
unten schwierigen und instabilen Verhältnissen leben.

MARJAYOUN und HASBAYA

In den Regionen von Marjayoun und Hasbaya sind auf privatem Grund von
lokalen Landwirten 65 kleine sogenannte ITS (Informal Tent Settelments =
nicht legitimierte Zeltlager) entstanden. Dort leben heute über 5000 Leute (ca.
1000 Familien) in provisorischen Zelten mit Holzpfählen errichtet und mit

Plastikplanen bedeckt. 50% der Bewohner sind Kinder zwischen 0-14 Jahren
und davon mehr als 20% jünger als 2 Jahre.
Die Versorgung in den ITS ist sehr begrenzt und für die meisten Bewohner
wäre ein Überleben ohne die Unterstützung der dort helfenden NGOs
(darunter die Partnerorganisation von Support AVSI) nicht denkbar. Das
Durchschnittseinkommen liegt mit 1,30$ pro Tag d.h. deutlich unterhalb der
Armutsgrenze, was bedeutet, dass die meisten Familien nicht in der Lage
sind sich selbst zu versorgen.

AVSI Im Libanon

AVSI die Italienische Partnerorganisation von Support International e.V. ist
seit mehr als 20 Jahren mit Hilfe- und Selbsthilfe Projekten aktiv. AVSI
konzentriert sich dabei auf Schulbildung und Projekte in der Landwirtschaft. .
Das AVSI Büro in Marjayoun ist seit 2012 in den ITS von Marjayoun und
Hasbaya tätig und sorgt für schnelle Nothilfe Unterstützung. Hinzu kommt
eine ständige Ermittlung der aktuellen Bedürfnisse der Familie damit wir auch
eine längerfristig angelegte Hilfe im Bereich der Hygiene, der Erziehung und
der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen .

Nahrungsmittelpakete sind immer noch nötig!

Im Frühling 2017 hat AVSI ca. 5000 Leute befragt, die in den 65
Flüchtlingscamps von Marjayoun leben, um ihre Bedürfnisse zu ermitteln.
Das Ergebnis hat gezeigt, dass mehr als 50% der Flüchtlinge nach wie vor
auf tägliche Nahrungsmittel Spenden angewiesen ist. Hier greift insbesondere
auch die finanzielle Hilfe von SUPPORT. Täglich werden Nahrungsmittelpakete
bestehend aus Linsen, Kichererbsen, Reis, Nudeln, Öl, Tee, Zucker und Salz,
Brot, Datteln und Kekse an jedes Familienmitglied verteilt. Diese Pakete
garantieren bei richtigem Verzehr eine gesunde Vitamin und Energiezufuhr
Die Kosten für jedes Paket belaufen sich auf ca. 20 Euro.

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